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Monat: November 2020

Einen Roman schreiben – und anbieten

Einen Roman schreiben – und anbieten

Die Pandemie verlangt uns als Journalisten viel ab. Kurzarbeit bei den Magazinen, Anzeigenrückgang – das belastet auch die Freien Journalisten. Corona macht aber auch Dinge möglich, für die wir vielleicht vorher keine Zeit hatten. Ich habe zum Beispiel endlich meinen ersten Roman geschrieben.

Nachdem er nun fertiggestellt ist, stellt sich die Frage: Wer veröffentlich ihn und wie biete ich mein Werk an?

Wie biete ich an – das Exposé

Als erstes stellte ich mir die Frage: Wie schreibe ich überhaupt ein Expose? Zum Glück gibt es dazu im Netz viele hilfreiche Seiten. Zwei davon habe ich euch nachfolgend unten verlinkt.

Das Wichtigste war für mich, mein Dokument erst einmal in die richtige Formatvorlage zu bringen. Auch wenn die Anzahl der Seiten der Leseprobe sich von Verlag zu Verlag unterscheiden, es wird immer eine Normseite verlangt. Diese besteht aus 1.800 Zeichen und 30 Zeile. Der Zeilenabstand sollte mit 1,5-fach eingestellt sein; als Schriftart habe ich Courier New gewählt, da hier die Buchstabenweite immer gleich ist (sie ist eine nicht-proportionale Schriftart).

Als nächstes habe ich mir ein paar Beispiele anderer Autoren angesehen und mir so ein Expose gebastelt, mit dem ich zufrieden war. Ich habe einen Klappentext geschrieben, eine Zusammenfassung der Geschichte sowie die wichtigsten Figuren beschrieben. Anschließen folge noch eine kurze Vita, zu der auch bisherige Veröffentlichungen gehörte.

Zu guter Letzt habe ich recherchierte, welche Verlage für mein Werk in Frage kamen und habe auf deren Seiten geschaut, welche Vorgaben diese selbst haben. Wie gesagt, das unterscheidet sich vor allem in der Länge der Textprobe (10 bis 50 Seiten) sowie im Umfang des Exposes. So verlangen einige Verlage Kurz- und Langtexte.

Dann habe ich eine nette E-Mail geschrieben und mein Expose verschickt – jetzt warte ich 🙂

Nachlesen: Wie schreibt man ein Expose für einen Roman?, Expose schreiben für einen Roman, Tipps vom Ullstein Verlag

Wo biete ich an – Agenturen oder Verlage?

Wie schon mal erwähnt, habe ich in der Vergangenheit die Plattform Wattpad ausprobiert. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Die Gründe dafür: Ich habe zu wenige Geschichten gefunden, die mich a) interessierten und b) auch noch gut geschrieben waren. So habe ich zu wenig kommentiert – und da Wattpad wie eine Social-Media-Plattform funktioniert, wurde auch mein Profil so nur spärlich besucht.

Als nächstes habe ich mich an Agenturen gewandt. Eine hilfreiche Liste verschiedener Ansprechpartner mit Beschreibung des Genres habe ich bei Wikipedia gefunden, mir deren Internetseiten angesehen und drei Agenturen angeschrieben. Die erste E-Mail kam gleich zurück – Empfänger unbekannt. Auf eine Folgemail an die allgemeine Kontaktadresse blieb unbeantwortet. Ähnliches Ergebnis bei den anderen beiden Agenturen – nach nur drei Monaten gab es noch keine Rückmeldung.

In einem Forum habe ich gelesen, dass auch andere Autoren wenig Erfolg haben, wenn sie über Agenturen gehen. Deswegen habe ich mich entschieden, Verlage direkt anzuschreiben. (Deswegen habe ich dort auch nach den Vorgaben zur Einsendung von Manuskripten geschaut.) Die meisten Verlage haben eigene Seiten für Autoren-Bewerbungen. Wer diese nicht gleich findet: Einfach den Namen des Verlags sowie „Autorenbewerbung“ in die Suchmaschine eingeben, dann kommt die entsprechende Seite meistens.

Einige Verlage nehmen aktuell gar keine Manuskripte an, andere möchten diese lieber auf dem Postweg erhalten – es ist also sinnvoll, sich auf den Seiten der geeigneten Verlage genauer umzusehen!

Leider sind hier die Rückmeldezyklen zum Teil sehr lang. Nur von einem Verlag (Rowohlt) habe ich bisher eine (negative) Rückmeldung erhalten. Viele Verlage schreiben, dass eine fehlende Rückmeldung gleichbedeutend mit einer Absage ist. Das ist natürlich frustrierend, weil man so auch nicht erfährt, warum die Geschichte abgelehnt wurde.

Wem das alles zu nervig ist, der kann natürlich sein Werk noch im Eigenverlag herausbringen. Auch namhafte Verlage bieten eigene e-book-Plattformen an. Zum Beispiel Luebbe oder Rowohlt und Droemer Knaur. Noch einfacher geht es natürlich über Tolino und Kindle/Amazon.

Euch also viel Erfolg, wenn ihr euch ebenfalls auf diesem Weg befindet!